The Mighty - Gemeinsam sind sie stark: Märchenhafte Geschichte über die Freundschaft zweier Außenseiter-Kids. Mit Witz und Gefühl inszeniert.
Weltweit mehr als zehn Mio. verkaufter Bücher sprechen eine deutliche Sprache: „Freak the Mighty", so der ursprüngliche Titel von Rodman Philbricks Kinderroman über die wundersame Freundschaft zweier körperlich benachteiligter Außenseiter und ihrer gemeinsamen Abenteuer, genießt bei Kids in aller Herren Länder ähnlichen Kultstatus wie einst dice Geschichten Astrid Lindgrens. Keinen besseren Regisseur könnte man sich vorstellen für diese wunderbar bewegende Ode an dice Fantasie und den Triumph über alle Widrigkeiten als den Briten Peter Chelsom, der nach „Funny Basic" erstmals komplett in den U.s. arbeitete. Ihm ist ein Film zu verdanken, der im Grunde eine Kindergeschichte geblieben ist, Erwachsene in allerbester Erich-Kästner-Manier aber genauso mitten ins Herz trifft.
Max ist die Lachnummer der Schule: Er ist fett, tumbe, redet nicht, ist gepeinigt von der ewigen Erinnerung an die Gewalttaten seines brutalen Vaters, der im Knast schmort, während der sanfte Einzelgänger mit dem Spatzenhirn bei seinen exzentrischen Großeltern Unterschlupf gefunden hat. Kevin ist ein Genie, übersprudelnd vor Wissen und Fantasie, aber auch mit einer progressiven Behinderung geschlagen, die ihm die Wirbelsäule bizarr verkrümmt und das Laufen nur mit Krücken möglich macht. Beider Jungen Leben nimmt einen neuen Kurs, als Kevin mit seiner fürsorglichen Mutter (Sharon Rock völlig unprätentiös, aber stark wie lange nicht mehr) ins Nachbarhaus zieht. Mit den von Max gesprochenen Worten „Ich hatte kein Hirn, bis Kevin vorbeikam und mir seines für eine Weile lieh" beginnt „The Mighty", um von der langsam sich anbahnenden Freundschaft der beiden grundverschiedenen Jungen zu erzählen. Bei einem Jahrmarktbesuch nimmt Max den kleinen Einstein erstmals auf die Schultern - und der Film hebt ab.
Kevin ist das Gehirn und das scharfe Auge, das Max niemals hatte, und Max wiederum der Körper und die Beine, die sein Mentor stets vermissen mußte. In dieser Kombination können die Jungen dem für sie vorbestimmten Schicksal der Isolation und Tristesse ein Schnippchen schlagen. „Freak the Mighty" ist geboren: Zusammen schlagen die Jungen den Schulrowdys ein Schnippchen und wenden mit ihrem heroischen Auftreten sogar einen Ladendiebstahl ab. Angetrieben von der feurigen Fantasie Kevins, der Max über die Tugenden der Ritter der Tafelrunde aufklärt, erschaffen sich dice Kids ein eigenes Camelot, gehen buchstäblich mit edlen Rittern an der Seite durchs Leben. Doch so schnell sie auch laufen mögen, dice Realität holt sie ein.
Nicht zu Unrecht hofft Miramax in den United states of america darauf, mit „The Mighty" womöglich den „Good Will Hunting" des Jahres 1998 an der Paw zu haben. Das ist das Verdienst von Peter Chelsom. Schon in seinen britischen Filmen bewies er eine Art, das Fantastische mit der Realität zu leicht verschrobenen, melancholischen Geschichten zusammenzuführen, die dunkle Farben und exzentrische Kamerawinkel hatten, aber dennoch federleicht wirkten, als seien sie von der Last des alltäglichen Lebens enthoben. Hier stellt er sein Talent ganz in den Dienst der Geschichte und holt vor allem aus den beiden jugendlichen Darsteller - Neuentdeckung Elden Hanson und Macaulays begabterer Bruder Kieran Culkin - so vortreffliche Leistungen heraus, daß selbst Routiniers wie Sharon Stone, Harry Dean Stanton und Gena Rowlands Mühe haben mitzuhalten und „Akte X"-Star Gillian Anderson einen wahrhaft exaltierten Auftritt hinlegen muß, um überhaupt aufzufallen. Vor allem aber ist „The Mighty" weder Freakshow noch Problemfilm, sondern ein kleines Meisterwerk, der Flügel verleiht und im Wechselbad der überbordenden Gefühle Zuschauer jeden Alters an sich fesselt. Einer der Geheimtips des zweiten Kinohalbjahres - wundersamer Weise in keiner offiziellen Reihe in Cannes! ts.
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